Forschung
05.06.2023, 08:30 Uhr
Elektronen bewahren Halbleiter vor Hitzetod
Schwingungen in dünnen Schichten transportieren laut Konzept von KAIST-Forschern Wärme
ab.
Forscher des Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) nutzen
Oberflächenwellen zur effektiven Kühlung von Halbleiter-Bauelelementen. Die sogenannten
Oberflächenplasmon-Polaritone reissen die Wärme gewissermassen mit sich, wenn sie über die Oberfläche
fegen.
Hotspots werden entlastet
Oberflächenplasmone sind freie Elektronen, die auf metallischen Oberflächen durch
energetische Anregung in Schwingungen versetzt werden. Dass sie auch Wärme abführen können, ist neu.
"Zum ersten Mal haben wir einen neuen Wärmeübertragungsmodus identifiziert, bei dem Oberflächenwellen
über einen dünnen Metallfilm verwendet werden, der auf einem Substrat mit geringen
Verarbeitungsschwierigkeiten abgeschieden worden ist. Sie verteilen die Wärme in der Nähe der Hotspots
von Halbleiterbauelementen und leiten sie effizient ab", sagt Forscher Bong Jae Lee.
Da dieser neue Wärmeübertragungsmodus auftritt, wenn ein dünner Metallfilm auf
einem Substrat abgeschieden wird, ist er im Bauelementherstellungsprozess sehr gut einsetzbar und hat
den Vorteil, dass er sich grossflächig herstellen lässt. Das Forschungs-Team hat gezeigt, dass die
Wärmeleitfähigkeit durch Oberflächenwellen, die über einer 25 Nanometer dicken Titan-Schicht mit einem
Radius von etwa 100 Zentimetern erzeugt wurden, um etwa drei Prozent zunahm. Klingt nach wenig, kann
aber entscheidend sein, um ein Bauteil vor dem Hitzetod zu bewahren.
Grundlegendes Problem gelöst
Das neue Kühlsystem kann grosse Auswirkungen auf die Entwicklung von
Hochleistungs-Halbleiterbauelementen der Zukunft haben, da es zur schnellen Ableitung von Wärme auf
einer dünnen Schicht eingesetzt werden kann. Insbesondere soll dieser neue Wärmeübertragungsmodus das
grundlegende Problem des Wärme-Managements in Halbleiterbauelementen lösen, da er eine noch effektivere
Wärmeübertragung in dünnen Schichten ermöglicht, während die Wärmeleitfähigkeit in dieser Konstellation
normalerweise abnimmt.
(pressetext.com)
Autor(in)
Wolfgang
Kempkens, pte
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