University of California San Diego
02.06.2023, 09:36 Uhr
Eigenes Handy wird zum Blutdruckmesser
Mithilfe eines 3D-gedruckten Aufsatzes für knapp fünf Euro wird jedes Smartphone zu einem
Blutdruckmessgerät. Die Neuheit der Forscher der University of California San Diego arbeitet mit Kamera
und Blitz des Telefons, sowie einer KI, welche die Bilder auswertet.
Ein neuer Aufsatz der University of California San Diego für gerade einmal fünf
Euro macht aus jedem Smartphone ein Blutdruckmessgerät. Der Clip nutzt Kamera und Blitz des Telefons
sowie eine auf Künstlicher Intelligenz basierende Bildauswertung.
Einfach draufdrücken
Der Aufsatz wird per 3D-Druck hergestellt und hat einen Knopf, den es zu drücken
gilt. Wie fest, teilt das Smartphone dem Nutzer mit. Ist der benötigte Druck erreicht, leuchtet der
Blitz auf und fällt auf die Fingerkuppe. Das reflektierte Licht erreicht über eine Optik im Aufsatz die
Kamera. Diese hält den runden Fleck fest, sodass er ausgewertet werden kann. Aus der Grösse des Flecks
schliesst die Software auf den Druck, der auf den Knopf ausgeübt wurde. Aus der Helligkeit des Flecks –
je mehr Blut fliesst, desto dunkler ist der Fleck aufgrund des Blutfarbstoffs Hämoglobin – ermittelt
eine App die Blutmenge, die durch die Fingerspitze fliesst.
Aus beiden Daten errechnet die Software den systolischen und diastolischen
Blutdruck. Die Forscher haben den Clip an 24 Freiwilligen der Universitätsklinik San Diego getestet. Die
Ergebnisse waren vergleichbar mit denen, die mit einer Blutdruckmanschette gemessen wurden. «Diese
Lösung hat das Potenzial, älteren Erwachsenen die Selbstüberwachung des Blutdrucks zu erleichtern», so
Forscherin Alison Moore. Und Kollege Edward Wang ergänzt: «Aufgrund der niedrigen Kosten könnten diese
Clips an jeden verteilt werden, der sie braucht, aber nicht regelmässig in eine Klinik gehen kann.»
Unternehmen gegründet
Wang und sein Schüler Colin Barry, der Elektro- und Computertechnik studiert,
haben gemeinsam das Unternehmen Billion Labs gegründet, um die Technologie zu verfeinern und letztlich
zu kommerzialisieren. Zu den nächsten Schritten gehört es, die Technologie benutzerfreundlicher zu
gestalten, insbesondere für ältere Erwachsene, sowie das Testen der Genauigkeit bei unterschiedlichen
Hautfarben.
(www.pressetext.com)
Autor(in)
Wolfgang
Kempkens, pte
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