Künstliche Intelligenz
23.05.2023, 09:24 Uhr
ChatGPT besteht Prüfung für Radiologen
ChatGPT hat eine Prüfung der Radiological Society of North America bestanden und dabei 81
Prozent der Fragen richtig beantwortet. Die Wissenschaftler beschreiben einige der Antworten der KI jedoch
als unlogisch oder ungenau.
ChatGPT hat eine Prüfung der Radiological Society of North America bestanden. «Die
Verwendung grosser Sprachmodule wie ChatGPT explodiert und wird noch zunehmen», so Prüfer Rajesh
Bhayana, Radiologe am Toronto General Hospital. «Unsere Forschung gibt Aufschluss über die Leistung von
ChatGPT im radiologischen Kontext und unterstreicht das unglaubliche Potenzial grosser Sprachmodule
sowie die derzeitigen Einschränkungen, die sie unzuverlässig machen.» Das könne Gefahren mit sich
bringen, denn ChatGPT und ähnliche Chatbots würden in Suchmaschinen wie Google und Bing integriert, die
Ärzte und Patienten verwenden, um nach medizinischen Infos zu suchen, so Bhayana.
150 Multiple-Choice-Fragen
Das Team hat die ChatGPT-Version GPT-3.5 getestet, die derzeit am häufigsten
verwendet wird. Die Prüfung bestand aus 150 Multiple-Choice-Fragen, die auf den Stil, den Inhalt und den
Schwierigkeitsgrad der Prüfungen des Canadian Royal College und des American Board of Radiology
abgestimmt waren. Dabei ging es um das Abrufen von Wissen und das Grundverständnis, um Anwendungen,
Analysen und Synthesen sowie Beschreibungen der Bildgebungsbefunde, klinisches Management, Berechnung
und Klassifikationen.
GPT-3.5 beantwortete 69 Prozent der Fragen richtig (104 von 150). Für ein Bestehen
der Prüfung wären nach der Praxis des Royal College in Kanada 70 Prozent nötig gewesen. Das Modell
schnitt bei Wissensfragen mit 84 Prozent richtigen Antworten (51 von 61) am besten ab, hatte aber
Probleme mit Fragen, die das Denken höherer Ordnung betrafen (60 %, 53 von 89). Genauer gesagt, hatte
die Software Probleme bei der Beschreibung der Bildgebungsbefunde (61 % richtig, 28 von 46), der
Berechnung und Klassifizierung (25 %, zwei von acht) und der Anwendung von Konzepten (30 %, drei von
zehn). Die schlechte Leistung bei Denkfragen höherer Ordnung ist wegen fehlender radiologiespezifischer
Vorschulung nicht überraschend, so Bhayana.
Aktuelle Software machte es gut
Die Nachfolge-Software GPT-4, die im März 2023 in begrenzter Form für zahlende
Nutzer freigegeben wurde, machte es besser: Sie bestand die Prüfung mit 81 Prozent richtigen Antworten.
Insbesondere registrierten die Radiologen Verbesserungen bei anspruchsvolleren Aufgaben. «Wir waren
überrascht von den zum grossen Teil genauen und selbstbewussten Antworten von ChatGPT auf einige
herausfordernde radiologische Fragen, aber dann ebenso überrascht von einigen sehr unlogischen und
ungenauen Behauptungen. Es ist gefährlich, sich nur auf ChatGPT zu verlassen», so Bhayanas Fazit.
(www.pressetext.com)
Autor(in)
Wolfgang
Kempkens, pte
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