Action-Kamera
10.05.2023, 08:00 Uhr
GoPro Hero 11 im pc-tip-Test
Die neuste GoPro wird grösser, aber nur von Innen.
Bei jeder neuen GoPro stellt sich die gleiche Frage: Lohnt sich das Upgrade? Und
auch bei der Hero 11 lautet die Antwort: Kommt drauf an. Die Hero 11 ist die klar beste GoPro bis dato
und ein ordentliches Upgrade zur Hero 10. Je nachdem, welche Features Sie am meisten brauchen, wirkt
sich das aber mehr oder weniger auf Ihren Alltag aus. Wobei gesagt sein soll: Die Hero 11 ist fast
durchs Band besser als ihre Vorgängerin.
Das liegt zu einem stattlichen Teil am neuen Sensor. Schliesslich wirkt sich ein
besserer Sensor auf alle möglichen Bereiche der Kamera aus. Die Hero 11 verbaut einen 27-Mpx-Sensor im
8:7-Format. Dieses unübliche Seitenverhältnis ist nicht dazu gedacht, exakt so verwendet zu werden.
Vielmehr bietet es die Möglichkeit, verschiedene Videoformate auf dem gleichen Sensor aufzuzeichnen und
den zusätzlichen Platz für Stabilisierung und ähnliche Tricks zu verwenden. Das fast quadratische Format
hilft zudem dabei, Videos sowohl für Social Media als auch traditionell querformatige Medien auszugeben.
Die 27 Mpx des neuen Sensors bieten eine Auflösung von bis zu 5599 × 4927. Da kann man auf praktisch
jedes übliche Format zuschneiden und hat sogar noch Platz aussen herum.
Ein grosses Upgrade gibt es auch für Cineasten. Die Hero 11 kann neu
10-bit-Farben, was beim Nachbearbeiten der Footage deutlich mehr Spielraum mit sich bringt. Allzu
extreme Edits sollte man aber auch bei der Hero 11 nicht planen. Mit einer maximalen Bitrate von 120
Mbps ist die Datentiefe doch eher begrenzt. Es muss halt alles auf eine microSD-Karte passen.
Für Actionshots bringt die Hero 11 zwei neue optische Tricks mit sich. Da wäre
zunächst der HyperView. Diese Ansicht ist noch weitwinkliger als Superview und soll eine noch
immersivere Sichtweise bieten. Bisher war dies nur mit dem Max-Linsenmod machbar, in der Hero 11 ist das
Feature eingebaut. Ein netter Vorteil des Ultra-Weitwinkels: Alles wirkt ein wenig schneller, sodass
sogar ein gemütlicher Jogging-Lauf rasant aussehen kann. Einziges Problem: Nach HyperView muss sich
GoPro einen neuen Superlativ einfallen lassen, wenn sie noch einmal einen Schritt weitergehen will.
Der zweite Trick der Hero 11 ist dann schon eher etwas für Hartgesottene, oder
zumindest findige Kameraleute. Mit dem Horizon-Lock kann die Hero 11 den Horizont einer Aufnahme
komplett fixieren, sogar bei einer 360-Grad-Fassrolle. Sprich: Die Kamera macht einen Salto, der
Horizont bleibt aber statisch fixiert. Mit der Hero 10 waren ohne weitere Accessoires nur je 45 Grad
möglich. Der Effekt ist spektakulär und dürfte einige spannende Kameratricks ermöglichen.
Unter anderem dafür wurde der Bildstabilisator der Hero 11 weiter verbessert. Das
System heisst neu Hypersmooth 5 und stabilisiert noch besser und extremer als zuvor. GoPro verbaut dazu
einen automatischen Boost-Modus, der speziell zugeschaltet wird, wenn es die Aufnahme erfordert. Wer
sich reguläre Kameras oder Smartphones gewöhnt ist, wird von der GoPro so oder so weggepustet. Die
Bildstabilisation der Hero 11 ist besser als alles andere auf dem Consumer-Markt. Die Mini-Kamera hat
durchaus ihre Schwächen, aber die Bildstabilisation ist definitiv keine davon.
Eher zu den Schwächen der Kamera gehörte jeweils die Akkulaufzeit. Das ändert sich
mit der Hero 11 nur teilweise. Der Akku bleibt grundsätzlich der Gleiche, allerdings wird die Hero 11
bereits mit der technologisch besseren Enduro-Batterie ausgeliefert. Die Enduro-Batterie bietet die
gleichen 1720 mAh, ist allerdings chemisch anders zusammengesetzt und hält etwas länger durch. Besonders
unter kalten Bedingungen soll die Enduro-Batterie besser funktionieren. Wir empfehlen dennoch
zusätzliche Akkus für jeden Dreh. Wer gerne nachts unterwegs ist, erhält mit der Hero 11 ein Set an
Nachtmodi für Sternaufnahmen und Light Painting.
Zuletzt macht GoPro noch einen Schritt auf alle jene zu, die sich schlicht nicht
besonders für Kameratechnik interessieren. Neu gibt es einen Easy Mode, der die Aufnahmeeinstellungen
stark vereinfacht. Statt komplizierter Zahlen gibt es eine einfach gehaltene Auswahl an
Voreinstellungen. Sie sagen der Kamera, was Sie aufnehmen möchten, und die Kamera stellt alles passend
ein. Natürlich ist die manuelle Bedienung weiterhin möglich.
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