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13.07.2023, 07:45 Uhr
Missverständnis um Emoji – Farmer muss 56'500 Euro zahlen
Kann man mit einem Daumen-hoch-Emoji einen verbindlichen Vertrag abschliessen? Ein
Gericht in Kanada hat ein Urteil gefällt.
(Quelle: Emojipedia)
Ein kanadischer Landwirt muss wegen eines missverstandenen Emojis einem
Kaufinteressenten 82'200 kanadische Dollar (ca. 56'500 Euro bzw. 54'390 Franken) zahlen. Das Gericht sah
es als erwiesen an, dass der Farmer mit dem Senden eines nach oben gestreckten Daumens einen
verbindlichen Vertrag eingegangen war.
Er sei damit zur späteren Lieferung von Flachs verpflichtet gewesen, geht aus der
Urteilsbegründung hervor, über die zunächst das kanadische Fernsehen CBC berichtete. Weil er dieser
Pflicht nicht nachkam und die Preise für Flachs später stiegen, müsse der Farmer dem Käufer die
Differenz zwischen dem ursprünglich vereinbarten Preis und dem späteren Marktpreis zahlen.
Der Einkäufer der Firma South West Terminal hatte im März 2021 Textnachrichten an
mehrere Bauern geschickt und darin angeboten, im Herbst 86 Tonnen Flachs zu 17 Kanada-Dollar pro Bushel
(rund 25 Kilogramm) zu kaufen. Der Landwirt aus Swift Current in der Provinz Saskatchewan nahm
erfolgreich Kontakt auf und der Einkäufer sagte am Telefon zu, einen Vertrag per Textnachricht zu
schicken.
Wenig später tat er dies, verbunden mit der Bitte an den Lieferanten, den Vertrag
zu bestätigen. Der Bauer schickte das «Daumen hoch»-Symbol, will aber damit keine digitale Unterschrift
vorgenommen haben. Es habe sich laut seiner Aussage nur um die Zusage gehandelt, sich zu einem späteren
Zeitpunkt der Sache zu widmen. Im Herbst blieb dann die Lieferung aus und die Preise waren gestiegen.
Wegen der höheren Preise sei dem Käufer ein Schaden entstanden, urteilte das
Gericht. Es rechnet im Urteil vor, dass die rund 82'200 Kanada-Dollar der Differenz zwischen dem Preis
im Februar und dem Marktpreis Ende November zum vereinbarten Lieferdatum entsprechen.
Der Richter argumentierte, dass es sich zwar um eine ungewöhnliche Form der
Unterschrift handele. Dennoch könnten solche Arten der Zustimmung heutzutage durchaus auf diese Weise
vorgenommen werden.
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