Förderprogramm
29.06.2023, 09:36 Uhr
Ganze Schweiz soll Hochbreitband-Netz bekommen
Der Bundesrat will in der Schweiz ein Breitbandinternet für alle. Angestrebt wird eine
möglichst flächendeckende Versorgung mit 1 Gbit/s.
Damit Bevölkerung und Wirtschaft schweizweit von der Digitalisierung profitieren
können, braucht es in allen Regionen eine zuverlässige Breitbandinfrastruktur. Mit dem Bericht
«Hochbreitbandstrategie des Bundes» zeigt der Bundesrat auf, wie ein schnelles Internet auch in Regionen
realisiert werden kann, in denen sich ein Ausbau für die Branche nicht lohnt. Der Bundesrat hat das UVEK
beauftragt, bis Ende Jahr Vorschläge für das weitere Vorgehen zu machen. Der Bundesrat hat den Bericht
«Hochbreitbandstrategie des Bundes» in seiner Sitzung vom 28. Juni genehmigt. Mit dem Bericht wird das
gleichnamige Postulat der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrates erfüllt.
Damit die ganze Bevölkerung und die Wirtschaft bestmöglich von der Digitalisierung
profitieren können, soll eine möglichst flächendeckende Versorgung mit 1 Gbit/s angestrebt werden. Diese
erlaubt Hochgeschwindigkeitsverbindungen für mehrere Benutzer und mehrere Geräte.
Zentrales Element der Strategie ist ein zeitlich befristetes staatliches
Förderprogramm. Dieses könnte dazu beitragen, Randregionen und strukturschwache Gebiete zu stärken und
eine digitale Stadt-Land-Kluft zu vermeiden. Die Unterstützung würde nur da greifen, wo der Markt nicht
bereits selbst ein Angebot bereitstellt. So wird verhindert, dass die Umsetzung der
Hochbreitbandstrategie private Investitionen hemmt oder gar verdrängt. Das Förderprogramm ist demnach
zwingend subsidiär. Der Grossteil der notwendigen Investitionen für den Ausbau der
Hochbreitbandinfrastruktur soll von privater Seite kommen.
Förderprogramm
Das Förderprogramm für die Randregionen wäre mit öffentlichen Mitteln
ausgestattet. Es orientiert sich an der Nachfrage und sieht vor, dass ein festzulegendes Ausbauziel
schrittweise erreicht wird. Der Fokus der Förderung liegt auf dem Ausbau des Glasfasernetzes bis in die
Wohnungen. Unter bestimmten Bedingungen kann sich die Förderung aber auch auf die Erschliessung mittels
weiterer Technologien, wie etwa Mobilfunk, erstrecken.
Bei der Ausgestaltung des Förderprogramms ist sicherzustellen, dass das Ausbauziel
haushälterisch mit möglichst geringem Mitteleinsatz erreicht wird. Dazu sind wettbewerbliche
Ausschreibungen sinnvoll. Dabei erhält jener Anbieter den Zuschlag, der am wenigsten Fördergelder
beansprucht.
Finanzierung
Für die Finanzierung der Hochbreitbandstrategie zeigt der Bericht verschiedene
Möglichkeiten auf. Auf Bundesebene könnten die Mittel aus dem ordentlichen Haushalt stammen oder mit
Einnahmen aus künftigen Vergaben von Mobilfunkfrequenzen – etwa als Auktion – gegenfinanziert werden.
Zusätzliche Beiträge der betroffenen Kantone und Gemeinden können die erforderlichen Bundesmittel
ergänzen.
Der Bundesrat hat das UVEK beauftragt, die Abklärungen für eine
Hochbreitbandstrategie weiter zu vertiefen und ihm bis Ende Jahr Optionen für das weitere Vorgehen
vorzulegen.
Gigabitinfrastruktur immer bedeutender
Wie der Bericht festhält, wird der Bedarf an Breitbandanschlüssen weiter zunehmen,
was nicht zuletzt die Covid-19-Pandemie verdeutlicht hat. Die Digitalisierung durchdringt immer mehr
Lebensbereiche (z. B. Bildung, Gesundheit, Arbeit), und neue Anwendungen in Gebieten wie Cloud-Diensten,
Telemedizin oder der künstlichen Intelligenz werden überall ein schnelles Internet erfordern. Gebiete
ohne entsprechende Infrastruktur drohen bei der Digitalisierung abgehängt und bei der Ansiedlung von
Unternehmen und Wohnbevölkerung benachteiligt zu werden. Diesem Risiko will der Bundesrat
entgegenwirken. Die Europäische Kommission verfolgt ebenfalls das Ziel einer flächendeckenden Versorgung
mit 1 Gbit/s.
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