Quartalszahlen
04.08.2023, 08:15 Uhr
Apple mit drittem Umsatzrückgang in Folge
Das iPhone schien immun gegen die Flaute auf dem Elektronik-Markt, doch inzwischen hat
sie auch Apple eingeholt. Jetzt profitiert der Konzern von seinem jahrelangen Fokus auf digitale Dienste.
Apple kann sich nicht dem allgemeinen Abschwung bei Smartphones und Computern
entziehen – doch die Ausgaben hunderter Millionen Kunden für digitale Angebote federn die Rückgänge ab.
So kann der Konzern hochprofitabel bleiben, auch wenn er weniger iPhones und iPads verkauft.
Apples Konzernumsatz sank im Jahresvergleich um 1,4 Prozent auf 81,8 Milliarden
Dollar (74,7 Mrd Euro). Unterm Strich stieg der Gewinn aber auf rund 19,9 Milliarden Dollar von 19,44
Milliarden Dollar ein Jahr zuvor.
Beim iPhone, Apples mit Abstand wichtigstem Produkt, gingen die Erlöse im
vergangenen Quartal um 2,4 Prozent auf 39,67 Milliarden Dollar zurück. Analysten hatten im Schnitt mit
etwas höheren Erlösen bei 40 Milliarden Dollar gerechnet. Der branchenweite Smartphone-Absatz sank nach
Berechnungen der Analysefirma IDC um acht Prozent – und Apple verkürzte mit einem stabilen Marktanteil
von 16 Prozent den Abstand zu Samsung.
Zu Jahresbeginn waren die iPhone-Verkäufe noch von einer aufgestauten Nachfrage
angetrieben worden. Im Weihnachtsquartal hatten Corona-Lockdowns in chinesischen Fabriken für Engpässe
beim teureren und lukrativeren iPhone 14 Pro gesorgt. Das Geschäft mit Elektronik wird unter anderem von
den hohen Zinsen und der Inflation gebremst.
Geschäft mit Diensten
Das Dienstleistungsgeschäft, zu dem unter anderem Erlöse aus dem App Store und
Diensten wie Apple Music gehören, wuchs unterdessen um gut acht Prozent auf den Rekordwert von 21,2
Milliarden Dollar. Apple knackte im vergangenen Quartal die Marke von einer Milliarde kostenpflichtiger
Abos.
Für das laufende Quartal rechnet Apple mit einem beschleunigten Wachstum beim
iPhone und im Service-Geschäft. Bei Mac-Computern und iPads werde es dagegen deutliche Rückgänge geben.
Allerdings werde der Vergleich durch besonders hohe Verkäufe im Vorjahresquartal verzerrt – eine Folge
aufgestauter Nachfrage nach Corona-Ausfällen.
In der Telefonkonferenz nach Vorlage der Quartalszahlen wollten Analysten von
Konzernchef Tim Cook mehr über Apples Pläne bei künstlicher Intelligenz erfahren. Er verwies abermals
auf Funktionen wie die Erkennung von Stürzen, die mit KI und maschinellem Lernen arbeiten. Zugleich
sagte Cook aber auch, Apple habe schon seit Jahren sogenannte generative KI studiert, die Inhalte wie
Texte oder Bilder erstellen kann. Solche Programme wie der Chatbot ChatGPT oder automatische
Bild-Generatoren lösten in den vergangenen Monaten einen KI-Hype aus, in dem Apple bislang nicht in
Erscheinung trat.
Die von Apple Anfang Juni vorgestellte Brille zur Anzeige digitaler Inhalte nutze
er jeden Tag, sagte Cook. Das Gerät mit dem Namen Vision Pro soll Anfang kommenden Jahres in den USA auf
den Markt kommen.
Der Umsatz mit Mac-Computern sank im vergangenen Quartal von 7,4 auf 6,8
Milliarden Dollar. Die PC-Verkäufe schwächeln aktuell weiterhin nach dem Boom zu Beginn der
Corona-Pandemie. Branchenweit fiel der Absatz nach Zahlen der Marktforschungsfirma Gartner im
vergangenen Quartal um 16,6 Prozent. Der iPad-Umsatz fiel von 7,2 auf 5,8 Milliarden Dollar.
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